Lea Lange | Gründerin von Juniqe: „Es ist wichtig nicht zu viel an sich & seinen Entscheidungen zu zweifeln!“

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Lea Lange hat zusammen mit ihrem Kollegen Marc Pohl und dessen ehemaligen Kommilitonen Sebastian Hasebrink Anfang 2014 den Kunst und Fashion-Onlineshop Juniqe gegründet. Noch bevor Lea's und Marc's vorheriger Arbeitgeber Fab.com ins Straucheln geriet, wurde bereits über eine Startup-Gründung nachgedacht. Vor ca. zwei Jahren war es dann soweit und gemeinsam mit Sebastian starteten die Drei voll durch. Und das überaus erfolgreich. Derzeit kann Juniqe ein Wachstum von ca. 500% gegenüber dem Vorjahr verzeichnen.  Im Interview spricht Lea über die Entwicklung des Startups, die Pläne für 2016, das Risiko beim Gründen und wie sie ihre Rolle als "Vorbild-Gründerin" sieht. Und natürlich habe ich sie auch nach ihren Gründerinnen-Tipps gefragt!

Lea, ihr habt Anfang 2014 den Onlineshop Juniqe gründet. Warum habt ihr euch entschieden, ein ähnliches Konzept wie Fab.com aufzuziehen, obwohl dies zuvor gescheitert war?

Juniqe, genau wie damals Fab, verkauft schöne Produkte im Internet. Das ist aber wahrscheinlich die einzige Gemeinsamkeit.

Das Geschäftsmodell und die Positionierung sind bei Juniqe signifikant anders und funktionieren auch nachhaltig.

Das wichtigste: Juniqe hat keine Lagerware und produziert on demand. Damit fallen sehr hohe Kosten weg.

Zunächst zu den Hard Facts: Wie läuft es gerade bei Juniqe?

Wir haben mittlerweile 60 Mitarbeiter und haben mehr als 100.000 Kunden mit unseren Produkten glücklich gemacht.

Im Vergleich zum Vorjahr wachsen wir in diesem Jahr um 500%.

Wir haben derzeit ungefähr 500 Künstler auf der Website und bieten mehr als 9.000 Designs an.

Jede Woche kommen neue Künstler hinzu.

Auf der "Women in E-Commerce"- Veranstaltung hast du bereits angedeutet, dass das Thema "Internationalisierung" für euch derzeit sehr wichtig ist. Was plant ihr hier und was sind zudem die weiteren Pläne von Juniqe für 2016?

Wir versenden bereits in 14 verschiedene Länder. Unsere wichtigsten Länder sind DACH, die Niederlande und Schweden.

Gerade haben wir außerdem unsere französische Seite gelauncht. Natürlich haben wir auch extra französische Künstler gesourct. Wir haben eher „soft“ gelauncht und trotzdem wird das Produkt schon sehr gut angenommen.

Ich bin gespannt, wie es weitergeht, bin aber sehr optimistisch. Natürlich gilt es außerdem, die Marke weiter in den bestehenden Ländern als die Destination für bezahlbare und kreative Kunst bekannt zu machen.

Für 2016 planen wir, Juniqe auch auf Niederländisch anzubieten – dafür stellen wir auch gerade Leute ein.

Sicherheit vs. Risiko - Als Gründer gibt man in der Regel ersteres auf und entscheidet sich für letzteres. Bist du von Natur aus eher ein risikoaffiner Mensch? Und wie gehst du mit den Unsicherheiten und der Verantwortung als Gründerin um?

Ich bin schon öfter gefragt worden, ob ich mir am Anfang sehr viel Gedanken über das Risiko gemacht habe.

Ich muss ehrlich gesagt sagen, dass einem vor allem am Anfang gar nicht so viel Zeit fürs Nachdenken und Zweifeln bleibt. „Einfach machen“ ist da sicherlich eher mein Motto.

Natürlich bin ich mir meiner Verantwortung, vor allem meinen Mitarbeitern gegenüber, absolut bewusst und wir alle drei gehen damit sehr bedacht um.

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Was ist derzeit deine Herausforderung im Business?

Mein Lieblingsbeispiel ist der Spagat zwischen Blumenketten und Businessplan, wie ich es immer nenne: das Pendeln zwischen den kleinen operativen Dingen und den high-level strategischen Entscheidungen.

Natürlich steckt man in den kleinen operativen nicht mehr ganz so viel drin wie noch im ersten Jahr, trotzdem ist auch heute die Balance noch eine große Herausforderung.

Da es bislang noch sehr wenige Gründerinnen gibt, bist du auch einige der wenigen weiblichen Gründerinnen-Vorbilder. Wie gehst du mit den Erwartungen an diese Rolle um?

Ich bin mir ehrlich gesagt gar nicht sicher, was die konkreten Erwartungen an diese Rolle sind. Die weiblichen Gründerinnen, die ich kenne, gehen mit ihrer Rolle alle sehr unterschiedlich um.

Ich denke, Ziel sollte es sein, dass Gründerinnen nicht immer zuerst zu ihrer Weiblichkeit befragt werden, um den Unterschied nicht immer weiter zu betonen. Es fragt ja auch niemand einen Gründer: „Wie ist es so, als Mann zu gründen?“.

Natürlich habe ich aufgrund der Tatsachen (wenige weibliche Gründerinnen) eine Vorbildfunktion, aber ich wünsche mir eigentlich, für jeden ein Vorbild sein zu können, auch für männliche junge Gründer.

Was die Erwartungen anbelangt: Ich gebe immer mein Bestes und mache immer das, was mir (bzw. mir und meinen Mitgründern) am vernünftigsten erscheint. Wenn mich Leute um Rat fragen, helfe ich gerne weiter.

Was andere ansonsten noch erwarten, das versuche ich mir nicht zu sehr zu Herzen zu nehmen. Es geht ja darum, ob ich mit meiner eigenen Arbeit zufrieden bin.

Was braucht es deiner Meinung nach um eine erfolgreiche Gründerin zu sein? Welche Tipps kannst du anderen gründungswilligen Frauen geben?

Das richtige Team - ich habe mit zwei Herren gegründet und das ergänzt & passt sehr gut.

Man braucht ein funktionierendes Geschäftsmodell und eine Menge Spaß am Anpacken.

Ich denke, dass es wichtig ist, nicht zu viel an sich und seinen Entscheidungen zu zweifeln und sich nicht konstant zu hinterfragen, auch wenn wir das natürlich alle manchmal machen.

Ich habe meist sehr gutes Feedback und tolle Unterstützung von meinem Umfeld bekommen, was mich sehr motiviert hat.

"Es ist wichtig, nicht an sich & seinen Entscheidungen zu zweifeln"

Lea Lange, Gründerin Juniqe

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Vielen Dank für das Interview, liebe Lea!

Fotos by Juniqe

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