Mastermind-Gruppen – So unterstützen sich Solopreneure gegenseitig

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Hast du schonmal von Masterminds gehört? Wenn nicht, dann wird es Zeit dieses Konzept sich einmal näher anzuschauen. Ich habe Maximilian Horch-Breckbill, Gründer von Mastermind Initiator und Organisator von Mastermind-Gruppen getroffen und mir erklären lassen, was Masterminds sind. Zudem war ich live bei einer Mastermind-Session dabei und durfte selbst erleben wie Solopreneure so ihren nötigen Push für ihre Aufgaben bekommen.

Doch was genau sind Mastermind-Gruppen?

"Eine Mastermind-Gruppe in der Online-Businesswelt ist eine Gruppe von etwa 5-6 Unternehmer, die sich regelmäßig treffen, um schneller mit ihren Zielen voranzukommen durch regelmäßigen Austausch und Verantwortlichkeit der Gruppe gegenüber (sogenanntes "Commitment")", erklärt mir Maximilian Horsch-Breckbill.

Und Maximilian ergänzt: "Das Konzept kommt eigentlich von Napoleon Hill "Denke nach und werde reich". Napoleon Hill hat die erfolgreichsten Leute zu jenem Zeitpunkt, das war etwa 1960, interviewed und eine Sache, die er damals herausgefunden hat, ist, dass erfolgreiche Menschen wie Andrew Carnegie und verschiedene andere große Industrialisten wie bspw. Henry Ford haben ihre eigene Mastermind-Gruppe gehabt.

Das waren Menschen, die zusammengekommen sind, um mit ihren Zielen voranzukommen. Also gleichgesinnte Leute, die auf etwa gleicher Ebene waren und sich gegenseitig gepusht, unterstützt und diskutiert haben. Das ursprüngliche Mastermind-Konzept war, dass eine Gruppe mit mind. 2 Personen eine Mastermind-Gruppe sein kann.

Heutzutage, vor allem in der Online-Businesswelt, sind die meisten Mastermind-Gruppen ungefähr 5 Personen, weil man mit weniger Leuten nicht so viel Input hat und mit mehr Leuten wird es schwierig jedem genug Aufmerksamkeit zu schenken."

Maximilian's Idee und Motivation für Masterminds

Mittlerweile organisiert Maximilian selbst sehr erfolgreich solche Mastermind-Gruppen in Berlin. Mich hat dabei natürlich interessiert, wie genau er dazu kam, sich mit dieser Idee selbstständig zu machen.

"Vor ein paar Jahren wollte ich mich als Coach selbstständig machen und die Leute auf die ich dabei am meisten Bock hatte, waren Entrepreneurs. Eben Leute, die von Anfang an mit einem Projekt beginnen. Aber das Problem ist, dass diese Leute einen Coach nicht so gut bezahlen können. Und das war der Anfangsimpuls zu schauen, ob es andere Möglichkeiten gibt, diese Coaching Benefits anbieten zu können und effizienter machen zu können. Und dann bin ich über das Mastermind-Konzept gestolpert.

Der Kurs hieß "How to connect to anyone" von Scott Dinsmore. Der Kurs war ganz okay, aber den wirklich großen Nutzen hatte ich von den Mastermind-Gruppen, die Scott Dinsmore aufgestellt hatte. Das hatte einen Rieseneffekt auf mein Engagement mit dem Kurs und auch auf die persönliche Weiterentwicklung meiner Geschäftsideen. Und ich dachte, dass ist so cool. Da können noch viel mehr Entrepreneurs einen Benefit haben.", erklärt mir Maximilian mit seinem charmanten amerikanischen Akzent und ergänzt: "Es gibt da diesen Spruch der hinter diesem ganzen Konzept liegt:  

'Du bist der Durchschnitt von den 5 Menschen mit denen du am meisten Zeit verbringst.'

Und ich habe selbst gesehen, als ich mehr Zeit mit diesen anderen Online-Entrepreneurs durch den Mastermind verbracht habe, dass sich mein Mindset verändert hat. Ich habe klarer und fokussierter Ziele bekommen."

Live bei einer Mastermind-Session

Mittwochnachmittag in Berlin Mitte. Hier ist heute im Café "Factory Girl" der Treffpunkt für eine sogenannte Mastermind-Gruppe. Die kleine Gruppe mit zwei jungen Frauen und Männern sitzt in dem gemütlichen Café (natürlich mit Free Wifi), mit Laptop auf dem Tisch und dem Soja Latte Machiato daneben. Hört sich nach Klischee, ist es vielleicht auch ein wenig.

Nichtdestotrotz sitzen hier nicht nur Hipster-Entrepreneure sondern vor allem junge ehrgeizige Menschen, die sich ihren Traum vom eigenen Business erfüllen wollen. Und damit das ganze nicht nur Träumerei bleibt, steckt jeder viel harte Arbeit in sein Business. Denn jeder weiß: Von nichts kommt nichts. Aber die Herausforderungen des Selbstständigen sind eben in erster Linie seine täglichen Aufgaben erledigt zu bekommen.

Und auch wenn jeder Selbstständige froh ist, nicht mehr den cholerisch nervigen Chef im Rücken zu haben, fehlt eben meist jenes Commitment seine alltäglichen Aufgaben abzuarbeiten. Dieses fehlende Commitment durch einen Chef kann man aber durch ein Commitment gegenüber den Gruppenmitgliedern einer Mastermind-Gruppe wieder erschaffen. Ziel ist dabei noch produktiveres Arbeiten.


Die vier Gruppenmitlieder haben sich bei einer der offiziellen Mastermind-Sessions von Mastermind Initiator kennengelernt und haben ihre wöchentlich stattfindenden Treffen privat fortgesetzt, um sich weiterhin gegenseitig zu pushen und weiterzuhelfen.

1. Commitment

Bei diesem 2-stündigen Treffen stellt nun zunächst erst einmal jeder seinen Commitment-Fortschritt vor. Denn am Ende eines jeden Treffens, legt sich jeder auf ein bestimmtes To-Do fest, dass er bis zum nächsten Mal erledigt hat.

Faul sein gilt nicht. Und Ausreden gibt es sowieso nicht. Wer sich also nicht dauernd rechtfertigen will, warum er seine Aufgaben nicht erledigt hat, der sieht zu, dass er sein "Commitment" einhält. Und genau dafür ist die Gruppe ja auch da. Und die Gruppe ist wirklich der strengste Lehrer. Aber dafür eben auch der förderlichste und hilfreichste. Natürlich hat jeder seine Aufgaben vorbildlich erledigt und erhält dafür von der Gruppe ein "Cool." oder gar ein "Wow. Nice!"


Weiter geht es mit der "Progress Runde". Jeder berichtet über den Fortschritt seine Projekts. Pauline Tonhauser ist Design Thinking Coach und  hat eine Broschüre vorbereitet, die sie den Gruppenmitgliedern zeigt, Fragen dazu stellt und sich Feedback einholt. Man merkt, dass sich jeder versucht stets in die Situation des anderen hinzuversetzen, entsprechend Tipps und Feedback zu geben - auch wenn das selbst nichts mit seinem eigenen Business zwangsläufig zu tun hat.

2. Challenge

Aber es wird sich auch herausgefordert. Man challenged sich, wie es so schön Neudeutsch heißt. Yan Liang berichtet von ihrem Projekt Happiness Boutique und bemerkt selbst "Ich muss Prioritäten setzen und kann nicht alles verfolgen." Daraufhin kommt die Gegenfrage von Sebastian "Was ist die wichtigste Aufgabe?" So einfach die Frage auch scheinen mag, als Entrepreneur ist das tatsächlich einer der größten Herausforderungen. Und so merkt Yan auch an "Gute Frage." Und Sebastian ergänzt: "Dafür sind wir auch hier." und bringt somit tatsächlich den Kern einer Mastermind-Gruppe auf den Punkt.

Denn stellen wir uns wirklich selbst ganz kritisch die richtigen Fragen? Jene Fragen, um die wir uns gerne drücken. Oder die wir gerade selbst gar nicht kennen, da wir gerade den Wald vor lauter Bäumen mal wieder nicht sehen? Die richtigen Fragen sind wichtig, damit wir uns Gedanken über bestimmte Themen machen, die wir uns sonst vielleicht nicht machen würden und entsprechend auch handeln.

Und diese Fragen sind direkt und nicht immer bequem. Falscher Stolz ist hier fehl am Platz. Offen sein für Kritik und Hilfe annehmen - wer das nicht kann, der kann auch keine Vorteile aus den Masterminds ziehen. Das gegenseitige Sparring ist letztlich jene Quintessenz für den Erfolg einer solchen Mastermind-Gruppe.

3. Hilfe

Doch auch Hilfestellungen sind ein wichtiger Punkt. So ist Sebastian Schäffer nach bereits einigen erfolgreichen Online-Projekten (u.a. Health Hacks) auf der Suche nach einem neuen spannenden Projekt.

Doch wer bereits mal auf der Suche nach einer Geschäftsidee war, weiß, dass das nicht immer so einfach ist. Doch damit die Ideensuche systematischer abläuft und nicht nur von spontanen Kreativimpulsen gesteuert wird, wird gemeinsam in der Mastermind-Gruppe über verschiedene Ideen diskutiert. Allerdings ist Sebastian noch unsicher, ob er all die Skills mitbringt, die das neue Business benötigt und ob ihn die neuen Aufgaben überhaupt reizen würden.

"Alles Ausreden." oder "Das sind Limiting Beliefs." ist teilweise das Feedback aus der Gruppe. Und auch wenn das erst einmal ziemlich hart scheint, ein bisschen Wahrheit ist ja meist auch dran. Und das für sich herauszufiltern ist dann eben die Herausforderung.

Letztlich kann die Mastermind Gruppe nur Vorschläge machen, Tipps geben und im Gedankenprozess weiterhelfen. Was man dabei für sich selbst mitnimmt, muss jeder für sich letztlich entscheiden. Sebastian stellt schließlich fest: "Ich muss mich darauf konzentrieren, was wirklich wichtig ist."

4. Support

Der dritte Teil des Treffens besteht aus einer Fragerunde. Jeder kann hier seine Fragen, die ihn beschäftigen, mit der Gruppe teilen. Und so wird über Pauline's Pricing Strategie diskutiert und Yan erhält Feedback zu ihrem Newsletter.

Aber nicht nur Sebastian ist auf der Suche nach einem neuen Business, auch Johannes Metzler, der vor seiner Selbstständigkeit bei Zalando gearbeitet hat und bereits ein sehr erfolgreiches Business mit verschiedenen Gaming-Apps aufgebaut hat. Zudem bloggt er auf Work Life Hero. Johannes hat bereits mehrere Ideen, sucht aber noch nach Klarheit und der größeren Vision.

Gar nicht so einfach und auch der Gruppe fällt da nicht die passende Antwort ein. Aber darum geht es ja auch nicht, sondern vielmehr im Gespräch vielleicht selbst diese Klarheit zu erlangen. Und so versucht Mastermind-Gründer Maximilian zu helfen, indem er die Frage einfach zurückgibt: "Was denkst du, was dir weiterhelfen würde, um mehr Klarheit zu erlangen?"

Johannes kommen einige Ideen und er nimmt sich gleich einige Aufgaben für die kommende Woche mit. Denn am Ende der Mastermind-Session muss nun wieder jeder sein Commitment für die nächste Woche festlegen.

Die Vorteile einer Mastermind-Gruppe

Zwei intensive Stunden, die viel Konzentration kosten, sich in wirklich in jedes Projekt reinzudenken und hierfür passende Tipps und Hilfestellungen zu bieten. Doch die Masterminds sind für ihre Gruppenmitlieder wirklich hilfreich, sodass mein Eindruck ist, dass solch eine Gruppe tatsächlich die eigene Arbeit wesentlich produktiver, effektiver und effizienter macht. Ich habe zudem Yan gefragt, was sie über die Masterminds denkt:

"Ich denke eine Mastermind ist eine großartige Idee und deine Kollegen können dir helfen, Dinge und Perspektiven zu sehen, die du selbst so noch nicht gesehen hast. Menschen zu finden, die gegensätzliche Skills haben, kann dir helfen in anderen Bereichen mehr zu lernen. Es ist sowohl hilfreich Unterstützung und Hilfe anderen anzubieten als auch Ideen und Vorschläge von anderen zu erhalten.

Es ist  außerdem ein tolles Gefühl andere zu unterstützen und zu sehen, dass sie erfolgreich ihr Business weiterentwicklen. Und das motiviert mich dann meine Aufgaben zu erledigen und ebenso mein Business voranzubringen."

Yan Liang

Aber auch mit Maximilian habe ich nochmal über seine Masterminds gesprochen und ihn gefragt, wie die Masterminds ablaufen und was die Vorteile letztlich für die Teilnehmer sind.

"Also ich veranstalte die Masterminds folgendermaßen: Jeder Teilnehmer kommt mit einem ganz konkreten Ziel für die nächsten 6 Wochen in das Mastermind. Und das alleine ist ein ganz großer Nutzen für viele Entrepreneurs, besonders in der frühen Phase ihres Business, denn viele Entrepreneurs gehen nicht zielorientiert vor mit ihren Business.

Im ersten Schritt musst du ein ganz konkretes Ziel definieren und im zweiten Schritt musst du genau aufschreiben, wie du dieses Ziel erreichen wirst. Im dritten Schritt hast du dann eine Gruppe, die dich bei der Umsetzung dieses Ziels unterstützen.

Und die unterstützen dich hauptsächlich auf zwei Ebenen. Die eine Ebene ist mit Inputs, Ratschlägen, mit Reaktionen auf die großen Entscheidungen, die du treffen musst, um mit deinem Ziel voranzukommen. Und die zweite Ebene ist das Thema "Verantwortlichkeit". Also am Ende eines jeden Mastermind-Treffen sagst du, dass du eine bestimmte Aufgabe bis zum nächsten Treffen erledigt haben wirst.

Und diese Art des sozusagen positiven Gruppenzwangs ist eine große Hilfe für Unternehmer, die in anderen Situationen alleine wären und die niemanden haben, der zu ihnen kommt und fragt: 'Wann schaffst du das eigentlich? Wann ist das eigentlich fertig?' Vor allem der Unternehmer, der ganz am Anfang ist, interessiert sich niemand für dich und ob du deine Aufgaben erledigst. Aber wenn man einige gleichgesinnte Leute um sich hat, die einen pushen können, ist das ein Riesenvorteil."

Wie helfen Masterminds insbesondere Frauen weiter?

Diese Frage habe ich an Pauline weitergegeben, die hierzu folgendes geantwortet hat:

"Für mich ist es grundsätzlich wichtig, dass meine Mastermindgruppe nicht nur aus Männern besteht, was schnell passieren kann. Als Frau ist es für mich wichtig, auch andere weibliche Perspektiven auf meine beruflichen Fragen zu bekommen. Zu sehen, wie andere Frauen erfolgreich sind, gibt mir einen extra Schub Motivation. Der Vorteil liegt definitiv auch darin, von der männlichen Herangehensweise zu lernen und die Vorteile für sich anzuwenden. Zum Beispiel mit weniger Selbstzweifeln an eine Sache heranzugehen. Eine ungünstige Angewohnheit vieler Frauen."

Pauline Tonhauser 

Maximilian's Tipp für Entrepreneure

"Das erste, was mir da gleich einfällt und das ist auch der Grund, warum ich auch die Masterminds mache, ist, dass man sich irgendwie ein Umfeld schaffen muss, wo es viele Unternehmer gibt. Und die Masterminds sind eine Möglichkeit das zu machen. Aber es gibt auch viele andere Möglichkeiten. Du kannst dich zum Beispiel viel in Facebook Gruppen engagieren, wenn du bspw. nicht an einem Ort bist, wo es viele andere Unternehmer gibt. Du kannst auch zu Konferenzen gehen oder verschiedene Meetups gehen.

Aber ich glaube das wirklich wichtigste ist, sich wirklich einen Freundeskreis zu schaffen mit Freunden, die auch auf dem gleichen Pfad sind oder schon den Erfolg haben, den du auch haben willst. Das ist mein großer Tipp."

IDu willst auch an solch einer Mastermind-Gruppe teilnehmen? Dann bewirb dich hier für einen der nächsten Mastermind-Kurse in Berlin.

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1 Comments

  1. Hello to all
    I joined a mastermind group in Charleston, SC, USA many years ago and had wonderful success for my newly established massage therapy studio.
    Being back in Munich I am in the process to start a distribution ship for Kangen Water which originiates in Japan and conquers the market globally since it is recognized by many independent agencies and used in hospitals, restaurants and hotels in Japan and worldwide. I would be delighted if I can join a group locally.
    Thank you very much.
    Renate Dorner

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