Was es für mich bedeutet, den eigenen Weg zu gehen – Und wie du es auch schaffen kannst!

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Es gab diesen Punkt in meinem Leben, an dem der nächste Schritt außer Frage stand. An dem ich wusste: Ich würde schreiben. Würde eine Website namens handgeschrieben.de haben. Vor allem: würde mich selbständig machen.

Ich, die nie hatte selbständig sein wollen. Die immer nach einem sicheren Job und Geld gelechzt hatte. Bis ich gemerkt hatte, dass das mehr die Bedürfnisse und Wünsche der Menschen um mich herum waren, denn meine eigenen.

Zugleich hatte ich keine Ahnung, wie das alles funktionieren sollte. Ich hatte keinen Businessplan, keine fixen Konzepte. Ich wusste vielmehr vor allem was ich tun wollte, denn wie es funktionieren konnte.

Innere Notwendigkeit

Vor allem spürte ich die Sehnsucht in mir. Spürte, dass dies mein Weg war, nahm dieses an mir ziehende innere Ja war, das mit der Freude, einem inneren Jubeln (und manchmal auch einem inneren Zurückschrecken vor dieser Größe und Kraft) und dem Gefühl von „Hier bin ich richtig“ einherging. Und stellte fest, dass manche Schritte von außen aussehen wie Mut, innerlich aber eine gefühlte Notwendigkeit waren, der ich folgte.

Sabrina Gundert | handgeschrieben.de

So machte ich mich 2012 selbständig, statt den Master zu machen, einen sicheren Job, den Doktortitel und die Karriere in einem Forschungsinstitut anzustreben. Ich hatte immer schreiben wollen, hatte mich für eine studienbegleitende Journalistenausbildung entschieden und dazu Geographie mit dem Schwerpunkt auf der Entwicklung Ländlicher Räume studiert. Die Freude am Schreiben war mir während der Ausbildungszeit ziemlich abhanden gekommen, Leistung und Druck hatten allzu oft im Vordergrund gestanden, so dass ich das Schreiben immer mehr aufgehört, aufgegeben hatte.

Bis es während eines Geographiepraktikums nach dem Bachelorstudium mit aller Wucht zurückkam. Als es das war, was mich damals lebendig hielt. Wo ich mein inneres Feuer wieder spürte, meine Lebenslust, mein Wunsch, etwas zu tun und in der Welt zu wirken.

Ohne Businessplan – mit Vision

Ich startete als freie Journalistin, mit kreativen Schreibwerkstätten und schrieb im ersten Jahr Selbständigkeit mein Buch „Auf dem Herzensweg – Lebensgeschichten spiritueller Frauen“. Ein Porträtband von zehn Frauen, die dem Ruf ihres Herzens und damit ihrem ganz eigenen Weg gefolgt sind, mit allen Höhen und Tiefen.

Hätte ich einen Businessplan gemacht, hätte ich das wohl nicht gemacht, mit dem Buchschreiben im ersten Jahr Selbständigkeit. Denn es waren sicherlich acht Monate, in denen kein Geld reinkam, als ich die Frauen in Deutschland, Österreich und der Schweiz traf und schrieb, viele Ausgaben und kaum Einnahmen hatte. Und doch: Von irgendwoher kam immer Geld, ein neuer Auftrag, reichte es immer, wenn auch oft knapp.

Mit dem Erscheinen des Buches ein Jahr später verschob sich auch meine Arbeit mehr und mehr dahin, Frauen zu begleiten, ihren eigenen Weg zu gehen. Ich merkte, wie richtig es gewesen war, dem inneren Wunsch danach, dieses Buch zu schreiben, gefolgt gewesen zu sein.

Zum einen wurde es selbst für mich zum wichtigsten Wegbegleiter und ließ mich immer wieder erkennen, das Ängste und Zweifel auf diesem Weg ganz normal sind, das Höhen wie Tiefen unweigerlich mit dazugehören. Zum anderen wurde es zum Türöffner für mich, zum Wegweiser und ließ meinen Weg in ganz neuen Richtungen weitergehen.

Dem klaren inneren Ja vertrauen

Heute begleite ich Frauen dabei, ihr Leben bewusst zu gestalten, zurückzufinden in ihre Kraft und ein Leben zu leben, das sie wirklich erfüllt. Ich gebe Coachings, Seminare, schreibe Bücher, Artikel, Websitetexte. Begleite Menschen dabei, zu finden, was das Ihre ist und damit in der Welt zu stehen.

Dabei merke ich immer wieder: Den eigenen Weg zu gehen, das heißt für mich vor allem, auf diese innere Sehnsucht zu lauschen, ihr Raum zu geben, ihr zu folgen. Diesem inneren klaren Ja zu vertrauen, auch, wenn andere vielleicht sagen, dass sie mich nicht dort sehen, wo dieses innere Ja mich so intensiv hinzieht.

"Den eigenen Weg zu gehen, heißt für mich, der inneren Sehnsucht zu lauschen."

Und mir immer wieder Zeit zu nehmen für die Stille. Die Stille, in der damals plötzlich so klar wurde, dass ich schreiben, eine Website namens handgeschrieben.de haben und mich selbständig machen würde. Die Stille, die ich in einem Meditationszentrum in den Schweizer Bergen so eindrücklich erfuhr und die mich an einem Nachmittag wie aus dem Nichts Stift und Papier nehmen und aufschreiben ließ, was ich tun würde.

Die Antworten sind längst da

Dabei wusste ich damals vor allem, was ich nicht tun wollte (und das immer mehr), ohne jedoch eine Ahnung zu haben, was ich wirklich tun wollte. Damals erkannte und erinnerte ich: Dass all die Antworten tatsächlich schon in mir sind, dass sie zwischen all den To-do-Listen des Tages jedoch oft keinen Raum haben, sich wirklich zu zeigen.

Raum, wie er durch die Stille – sei es in den Bergen, im Wald, am See, beim Meditieren, in einem Kloster oder an einem anderen Ort – entsteht.

"Ich erinnerte mich: Alle Antworten sind bereits in mir, haben oft aber keinen Raum sich wirklich zu zeigen."

Und wo wir plötzlich (und dieses Plötzlich war bei mir kein Zeitpunkt, sondern ein Prozess von einem halben Jahr, in dem ich immer wieder bewusst jene Stille suchte) wissen: Das ist es. Im Wissen, dass sich dieses Das zugleich immer wieder wandeln wird. Dass es sicherlich einen roten Faden gibt – bei mir das Schreiben und die Spiritualität –, der immer mehr hervortritt, sich rausschält.

Ein roter Faden, der sich durchzieht durch unser Leben. Und dem wir doch die Möglichkeit zugestehen dürfen, sich in seinen Facetten, in seinem Ausdruck, immer wieder zu wandeln und zu entwickeln, so, wie auch wir uns unweigerlich mitentwickeln und immer mehr zu der werden, die wir wirklich sind, auf diesem Weg.

2 Comments

  1. Liebe Sabrina,

    was für ein wundervoller, berührender Beitrag!
    ich habe mich an vielen Stellen wiedergefunden. Besonders der Absatz „Die Antworten sind längst da“ hat mir aus der Seele gesprochen; dieses „wissen, was man NICHT will, aber keine Ahnung haben, was man WILL“. ich glaube, es ist entscheidend, dass man sich klar macht, dass die Antworten längst in einem drin sind – dann läuft es auch von selbst.

    Jetzt fühle ich mich erst recht bestärkt, meinen Weg in die Selbstständigkeit weiter zu gehen. Also danke für diesen Beitrag!

    Alles Liebe,
    Chrissi

    • Liebe Chrissi,

      danke dir für deine Worte und deine Rückmeldung! Schön, dass der Beitrag dich gestärkt hat für deinen Weg! Ja, es ist so unendlich wertvoll, uns immer wieder zu erinnern, dass die Antworten längst schon alle in uns sind – und uns die Zeit und den Raum zu nehmen, dass sie sich zeigen dürfen. Durch eine Auszeit, eine Zeit in der Stille, in der Natur, je nachdem.

      Herzlich und alles Gute für dich und deinen Weg,
      Sabrina

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