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Die Illusion von Sicherheit – Finde deinen persönlichen Weg

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„Kind, such dir einen sicheren Job!“ Ein Satz, der unsere Generation geprägt hat und doch wissen wir es besser. Denn Sicherheit scheint es nicht mehr zu geben. Darüber und wie du trotzdem deinen Weg findest, schreibt heute Lisa von One Girl Venture einen sehr persönlichen Beitrag mit vielen guten Tipps, die auch dir weiterhelfen können.

„Kind, such dir einen sicheren Job!“ Wie oft hast du diesen Satz schon zu hören bekommen? Von klein auf bringen uns unsere Eltern, Lehrer und die Gesellschaft konsequent bei, dass wir einen anständigen Beruf erlernen müssen. Bloß keine Lücken im Lebenslauf, das ist dein berufliches und somit auch persönliches Ende! Und bitteschön auch einen möglichst geradlinigen Verlauf.

Nach diesen Kriterien war ich Musterschülerin! Mein Lebenslauf ist lückenlos (bis vor ein paar Monaten). Abitur – Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation – Bachelor in BWL – 2 studiumbezogene Nebenjobs – Masterstudium in BWL. Und was kommt am Ende dabei raus? Genau, 8 Jahre Unzufriedenheit!

In diesem Artikel erkläre ich, warum Jobsicherheit eine Illusion ist, erzähle von meinen persönlichen Erfahrungen damit und gebe dir Tipps, wie du besser auf dein Bauchgefühl hörst.

Eigene Wünsche vs. die der anderen

Bei der Bildung unserer Wünsche und Vorstellungen werden wir natürlich beeinflusst. Von unseren Eltern, Lehrern, Freunden, der Gesellschaft und unserem gesamten Umfeld. Da ist es meist gar nicht so einfach zu wissen, was nun eigentlich die eigenen Wünsche und Träume sind.

Auch ich wusste nie, was ich beruflich will. Ich wusste meistens nur, was ich nicht will. Schon früh stand bei mir fest: Ein Bürojob ist nichts für mich. Und auf keinen Fall werde ich BWL studieren!

Ein paar Jahre später habe ich dann genau das getan. Aber warum? Naja, dieser Weg versprach einfach am meisten Sicherheit und den Zuspruch meiner Eltern.

Also habe ich mich 8 Jahre lang durch eine teure Ausbildung gequält, die zwar nichts mit meinen Interessen und Vorstellungen vom Leben gemein hatte, aber die meiste Sicherheit und mehr oder weniger gute Jobchancen versprach. Außerdem hatte ich Null Ahnung, was ich sonst machen könnte. Es gab für mich zu dieser Zeit also keine Alternative, ich musste diesen Weg gehen.

Und ich bin froh darüber, denn ohne ihn wäre ich wohl jetzt nicht an diesem Punkt angelangt: Ich hab die Schnauze voll!

Genau darum traue ich mich jetzt endlich für meine Wünsche einzustehen. Schluss mit der Suche nach dem perfekten Job. Denn diesen Job werde ich mir selbst erschaffen. Ich will keine vermeintliche Sicherheit! Ich will Erfüllung!

Meine persönliche Erfahrung

Ich habe also vor einigen Monaten mein Studium abgebrochen. Bin für ein Praktikum nach Berlin gekommen und habe auch dieses nach 3 Wochen beendet. Ich will meine Energie einfach nicht mehr in Dinge stecken, die sich für mich nicht 100 Prozent richtig anfühlen. Darum treffe ich mittlerweile relativ radikale Entscheidungen. Wenn ich merke, dass mich etwas nicht zu meinem Ziel von einem selbstbestimmten, ortsunabhängigen, erfüllten Job führt, dann tue ich es einfach nicht.

Und ich habe Angst und Zweifel! Denn ich habe keinen richtigen Plan und ich weiß nicht, was in 3 Monaten sein wird. Aber ich habe auch das Vertrauen, dass ich einen Weg finde. Finanzielle Sicherheit kann die neu gewonnene Freiheit in keinster Weise aufwiegen. Ich habe mich von den Erwartungen meiner Eltern gelöst, dass ich einen „sicheren“ Job haben muss und erkannt, dass es genau das ist – die Vorstellung von Anderen – nicht meine!

Lebenszeit gegen Geld für die Illusion von Sicherheit?

Wenn unsere Eltern von Sicherheit sprechen, meinen sie damit finanzielle Sicherheit. Also ein sichergestelltes, monatliches Einkommen durch einen festen Arbeitsplatz. Aber wie realistisch ist das überhaupt?

Einen wirklich sicheren Job zu finden ist heute ziemlich unwahrscheinlich. Große Konzerne entlassen zehntausende wertvolle Mitarbeiter, weil sie in anderen Ländern billigere Arbeitskräfte finden. Du kannst jederzeit gekündigt werden. Immer mehr Menschen erlernen dieselben Jobs. Das Unternehmen für das du arbeitest kann insolvent gehen. Geld kann seinen Wert verlieren. Und mittlerweile ist auch jedem bekannt: Von unserer Altersabsicherung werden wir auch nicht mehr viel sehen.

Finanzielle Sicherheit ist für mich also längst kein Argument mehr für einen lebenslangen 9-to-5 Job im Angestelltenverhältnis.

Also warum bei der Berufswahl auf statistische Aussagen zu vermeintlichen Jobchancen vertrauen und dabei unter Umständen die eigenen Talente und Werte verkümmern lassen? Warum auf das Wohlwollen und die finanzielle Situation eines Chefs bzw. eines Unternehmens hoffen, anstatt das Glück selbst in die Hand zu nehmen?

Hör auf dein Bauchgefühl

Jaja, blabla! Ständig hört man diesen Satz. Aber wie bitteschön geht das?

Ich hatte bis vor Kurzem keine Ahnung, wie ich auf mein Bauchgefühl höre. Denn ich habe zu viel Zeit mit Dingen verbracht, die meine Energie geraubt haben. Ich war umgeben von einer lauten und stressenden Umwelt. Von erlernten, nicht förderlichen Glaubenssätzen und dem Erwartungsdruck der Gesellschaft. Wie soll ich da bitte mein Bauchgefühl finden?

Mittlerweile weiß ich: Da gibt’s nichts zu finden – es war die ganze Zeit da und hat mich lauthals angeschrien. Ich hab nur nicht richtig hingehört und es nicht ernst genommen. Mit etwas Abstand und nach 3 Monaten in denen ich viel Zeit für mich selbst hatte, weiß ich nun, dass man nur richtig hinhören muss. Und dann den Mut aufbringen dem Bauchgefühl auch zu folgen, dann wird es automatisch lauter.

Meine persönlichen 8 Tipps für dich

Hier sind 8 Tipps, die mir geholfen haben, um aus der Illusion von Sicherheit auszubrechen, mehr auf mein Bauchgefühl zu hören und mein Ding zu machen:

1. Überprüfe, ob deine Wünsche wirklich von dir kommen, oder von deinen Eltern und deinem Umfeld

Frage dich immer mal wieder: Tue ich das jetzt, weil ich es will oder es mich zu meinem Ziel führt oder weil ich Erwartungen erfüllen will?

2. Nimm dir Zeit für dich und nimm deine Wünsche ernst

Halte öfter inne und spür in dich hinein. Meditiere vielleicht oder finde einen anderen Weg, um dich wieder mehr mit dir selbst zu verbinden. Egal wie unrealistisch dir deine Wünsche erscheinen, nimm sie ernst.

3. Tu was nötig ist, um ein Stück aus dem Hamsterrad herauszukommen

Reduziere z.B. deine Arbeitsstunden, lege ein Urlaubssemester ein, arbeite nebenher an einer Businessidee, etc.

4. Gehe idealerweise eine Weile in eine neue Stadt oder verreise

Mir hat der Umzug nach Berlin unfassbar viel neuen Wind gegeben und dadurch war ich den Zweiflern in meinem Umfeld nicht die ganze Zeit ausgesetzt.

5. Umgebe dich mit Gleichgesinnten

Ganz wichtig! Sie geben dir Inspiration, neue Ideen, pushen dich weiterzumachen und du fühlst dich nicht mehr alleine mit deinen Wünschen. Du findest sie z.B. online (über Facebook oder Blogs) oder bei Meetups.

6. Erkläre deinem Umfeld, was mit dir los ist

Sei auf Gegenwind gefasst, aber lasse ihre Zweifel nicht zu sehr an dich herankommen. Aber verstehe auch, dass sie dir absolut nichts Böses wollen.

7. Hör auf zu grübeln

Darin war (und bin) ich sehr groß. Aber man dreht sich nur im Kreis. Also hör auf darüber nachzudenken, was du tun könntest und TU es einfach – erst mal ist egal was. Hör auf dein Bauchgefühl und fange irgendwo an. Jeder noch so kleine Schritt in die richtige Richtung ist wertvoll!

8. Sprich offen über deine Vorstellungen und Wünsche

Du wirst dich wundern, wie vielen Menschen es ähnlich geht wie dir. Und die meisten freuen sich, wenn sich jemand traut es auszusprechen.

Mein Fazit über die Illusion von Sicherheit

Eins muss ich an dieser Stelle sagen: Ich will hiermit niemanden ermutigen es mir gleich zu tun und alles abzubrechen und es gibt sicher auch viele Menschen, die im Angestelltenverhältnis glücklich sind. Aber was ich mit diesem Artikel erreichen will ist, dass du mal deine Glaubenssätze zum Thema Karriere und Sicherheit überprüfst. Und schaust, ob Sie überhaupt in die heutige Zeit und zu deinen Werten und Vorstellungen vom Leben passen. Sei dabei ganz ehrlich zu dir selbst. Alles ist erlaubt und hat Berechtigung!

Auch wenn ich noch lange nicht am Ziel bin und nicht mal genau weiß, wie es aussieht. Es ist ein unfassbar gutes Gefühl das eigene Glück selbst in die Hand zu nehmen und sich auf den Weg zu machen, um ein Leben zu kreieren, das man liebt. Ich freue mich darauf, jeden Tag bewusste Entscheidungen zu treffen und endlich vollkommene Verantwortung für mein Leben zu übernehmen.

Und ich bin sehr gespannt, wo mich dieses neue Leben hinführen wird. Zwar habe ich etwas Angst, aber gleichzeitig bin ich voller Vorfreude auf eine unsichere – aber erfüllte – Zukunft!

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