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“E-Mailings braucht eigentlich jeder!“ E-Mail & Online-Marketing Unternehmerin Yvonne Perdelwitz über 16 Jahre Selbstständigkeit und ihr weltweites Remote-Team

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Yvonne Perdelwitz ist ein echtes Multitalent und managt neben der eigenen Familie seit 2004 auch ein eigenes Marketingunternehmen – kontinuierlich wachsend und, nicht nur in Krisenzeiten, nahezu komplett remote. Vor bereits 16 Jahren gründete Yvonne mit postina.net eine Full-Service Agentur für E-Mail & Online-Marketing und kann damit auf eine langjährige Unternehmerinnen-Erfahrung mit vielen Learnings zurückblicken. Mit einem guten Team, viel Engagement, Professionalität und vor allem einer gehörigen Portion Spaß an der Arbeit, hat es Yvonne geschafft, sich ein erfolgreiches Business aufzubauen und auch über schwierige Zeiten hinwegzukommen. Im FEMPRENEUR-Interview verrät sie, worauf es bei einer Gründung wirklich ankommt, warum wirklich jeder Onlinemarketing braucht und wie sie ihr weltweit operierendes Team gut im Griff hat – ob aus Mailand, Berlin oder Ulm.


Yvonne, du und deine Co-Founderin Julia habt das Unternehmen schon 2004 gegründet – damals war E-Mail-Marketing für viele Unternehmer ja noch ein absolutes Fremdwort. Wie kam zu dem damaligen Zeitpunkt die Idee für postina.net zustande?

Eine sehr schlechte Werbemail war schuld. Die mein Freund bekam, weil er irgendwo gratis Webspace in Anspruch genommen hatte. Sie stammte von einem E-Mail-Marketinganbieter, der mir gerade einen Arbeitsvertrag zugesendet hatte.

Und ich dachte, NEIN, Leute, „zuspammen“ ist nicht das, was ich mir für meine berufliche Zukunft vorstelle. Gemeinsam mit Julia entwickelten wir die Idee, „gute E-Mails zu gestalten, die vom User gerne gelesen werden und dem Versender ein positives Image und entsprechende Verkaufszahlen bescheren“. 

Und das ist immer noch der Anspruch von postina.net. Wir gestalten qualitativ hochwertige Mailings und Online-Marketingkampagnen für rund 50 Unternehmen, mit denen diese ihre Kunden informieren beziehungsweise rechtskonform neue Leads generieren. 

In 16 Jahren hat sich in unserer digitalen Welt wahnsinnig viel verändert – war es für euch und euer Unternehmen ein Vorteil, von Anfang an mit dabei gewesen zu sein?

Nun, Erfahrung ist sicherlich immer hilfreich und wir kennen dadurch auch die „alten Hasen“ in der Branche. Es ist schon lustig, eigentlich waren wir immer die „jungen Innovativen“ und zusätzlich als Frauen in einer Männerbranche unterwegs. Wir haben ja recht früh, ziemlich direkt nach dem Studium, gegründet. Jetzt werde ich häufig für Fachartikel und Statements angefragt und gelte als „erfahrene Expertin“.

Heutzutage werde ich häufig für Fachartikel und Statements angefragt und gelte als „erfahrene Expertin“.

Wem helft ihr mit eurem Angebot – und haben sich die Kunden und die Kundenwünsche im Laufe der Zeit geändert?

Wir haben Kunden aus unterschiedlichsten Branchen. Für einige Industriekunden sind wir weltweit tätig und versorgen deren Niederlassungen mit globalen Mailingkampagnen. Dann zählen viele Verlage zu unseren Kunden, NGOs, ein großer Autoriese mit über 300 Autohäusern, aber auch Unternehmen aus dem Tourismus, Handel- oder Dienstleistungssektor sowie Unis und Verbände. Das macht die Arbeit ja so abwechslungsreich! 

Der qualitative Anspruch an E-Mailings ist gestiegen.

Heute steht Datenschutz mehr im Vordergrund und die Möglichkeit, neue rechtskonforme Kontakte zu generieren. Auch der qualitative Anspruch an E-Mailings ist gestiegen. Das ist mit einem Perspektivenwechsel verbunden – erzählte man vor 16 Jahren noch viel von sich selbst, wird nun mehr Wert auf den „Mehrwert“ für den User gelegt. Und versucht die Zielgruppen, sofern rentabel, mit spezifischen Inhalten zu erreichen.

Ohne Marketing geht heutzutage nichts mehr – ob Social Media, Newsletter oder E-Mail-Kampagnen. Was brauche ich deiner Expertenmeinung nach als Gründerin – oder kommt es immer auf mein Unternehmen an?

Ja sicher. Für Dienstleistungen ist zum Beispiel das Business-Netzwerk XING eine gute Plattform. Oder auch LinkedIn. Für „haptische“ Erfahrungen oder „Storytelling“, also alles, was gut in Bildern oder Videos darzustellen ist, ist Instagram gerade „en vogue“. 

E-Mailings braucht eigentlich jeder und ein eigener Verteiler ist Gold wert. Da gilt es, Nutzen und Aufwand in der Waage zu halten. Vor allem, wenn das junge Unternehmen noch nicht so viele eigene Adressen hat. Viermal jährlich reicht. 

Das muss kein klassischer Newsletter sein. Auch monothematische Mailings kommen gut an, vielleicht mit einem kostenlosen Download oder einer pfiffigen Werbeaktion. Auch persönliche „Insights“ haben häufig gute Klickraten. Sie machen das Unternehmen für den potentiellen Kunden (be-)greifbarer. 

E-Mailings braucht eigentlich jeder und ein eigener Verteiler ist Gold wert.

Deine Mitarbeiter sind in ganz Europa verstreut, ihr arbeitet aus Ulm, Berlin oder Italien. Remotes Arbeiten als Konzept – und das nicht nur in Krisenzeiten. Warum habt ihr euch ganz bewusst für dieses Arbeitsmodell entschieden?

Die Remote-Zusammenarbeit ermöglicht jedem von uns, in seiner Wahlheimat zu leben sowie Familie und Beruf gut zu vereinen. Für uns war also die letzte, von Covid 19 geprägte Zeit in diesem Sinne kein Novum. Wenngleich es natürlich auch für uns stressig war, alle Kinder zu Hause zu haben und beschulen zu müssen.

Remote war kein geplantes „Firmenkonzept“. Unternehmerisch klappt es, entgegen aller Befürchtungen, gut.

Remote war aber kein geplantes „Firmenkonzept“. Nach fünf gemeinsamen Jahren in Heidelberg zog es Julia in die Schweiz, wo sie auch zeitweilig ausstieg. Ich verbrachte fünf Jahre in Mailand, dann sechs Jahre in Berlin und bin jetzt bei Ulm gelandet. Das war durch den Job meines Mannes bedingt, also nicht „aktiv gewollt“, aber dennoch interessant! Unternehmerisch klappt es, entgegen aller Befürchtungen, gut. Ich ließ den Firmensitz bis letztes Jahr in Heidelberg, nahm die Rufnummern mit und bin bei Bedarf einfach zum Kunden geflogen. Viel geht bei uns ja auch online.

Die Mitarbeiter wurden von Etappe zu Etappe mehr. Wir sind nun zu siebt. Mit jedem habe ich lange gemeinsam im selben Büro gearbeitet. Wir sind also ein erfahrenes und eingespieltes Team. Einmal wöchentlich treffen wir uns zum Online-Team-Meeting und telefonieren und mailen viel.

Dein Unternehmen ist seit Jahren erfolgreich und hat jede Menge namhafter Kunden betreut – doch es gab neben all den goldenen Jahren bestimmt auch schwierige Zeiten, oder? Wie bist du mit Unsicherheiten, Zweifeln und Rückschlägen umgegangen?

Besonders schwierig waren die ersten Jahre. Wir fingen bei 0 an und mussten Kunden generieren, um überhaupt Referenzen vorweisen zu können. Es hat geholfen, zu zweit zu sein, so konnten wir uns gegenseitig motivieren. Wir veranstalteten bundesweit Seminare und waren in Business-Netzwerken aktiv. 

Die räumliche Trennung nach fünf Jahren war mit großen Sorgen verbunden sowie mit Reorganisation. Marketingtechnisch konzentrierten wir uns fortan mehr aufs Internet, pflegten mit Fachartikeln und Downloads den Expertenstatus. 

Was muss, das muss eben. Ich habe immer voll gearbeitet und bin bei allen drei Kindern nach acht Wochen wieder in den Beruf eingestiegen. Die Babysitterin immer im Schlepptau. Mit Engagement und auch ein bisschen Fröhlichkeit klappt es auch in besonderen Situationen, bestehende Kunden zufriedenzustellen und neue zu gewinnen.

Besonders schwierig waren die ersten Jahre. Wir fingen bei 0 an und mussten Kunden generieren, um überhaupt Referenzen vorweisen zu können.

Was sind deine wichtigsten Learnings aus so vielen Jahren Selbstständigkeit? Welche Tipps kannst du anderen Fempreneurs und angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Die ersten vier Jahre sind schwer, also nicht den Mut verlieren. Danach sollte der Laden sich langsam rentieren. Persönlich halte ich es für schwierig „halbe Sachen“ zu machen, wenn man richtig Geld damit verdienen will. Insbesondere in der Anfangszeit. 

Die ersten vier Jahre sind schwer, also nicht den Mut verlieren.

Doch schlussendlich muss jede Frau auch für sich entscheiden, was ihr persönlich im Leben wichtig ist, welche Work-Life-Balance sie anstrebt und ob sie einfach gut über die Runden kommen oder richtig in „die Vollen“ gehen möchte.

Die eigene Situation und Arbeitswelt verändert sich auch mit der Zeit. Viel wird aber doch gut, auch wenn es zuerst Sorge bereitet. Das ist zumindest meine Erfahrung. Nur vom Himmel, da fällt nichts.


Website: www.postina.net

Photos by Stefan Mayr


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