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Eine Bewusstseinsplattform für nachhaltige Frauenhygiene: Das ist Erdbeerwoche!

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Auch im Jahr 2016 gilt sie häufig noch als Tabuthema – die Menstruation. Höchste Zeit, dass sich das ändert, finden Bettina Steinbrugger (32) und Annemarie Harant (31). Die Unternehmerinnen haben mit ihrem Wiener Start-Up Erdbeerwoche eine Bewusstseinsplattform für nachhaltige Frauenhygiene geschaffen. Damit möchten sie Frauen auch zu mehr positiver Achtsamkeit gegenüber dem eigenen Körper animieren.

Erdbeerwoche Gründerinnen wollen "Bloody Taboo" brechen

Seit fünf Jahren verfolgen Bettina Steinbrugger (32) und Annemarie Harant (31) mit ihrem Unternehmen Erdbeerwoche einen neuen wie wertvollen Ansatz. Ihr Konzept bietet Frauen Aufklärung über den eigenen Körper und die Periode. Sie rütteln sanft wach, geben Anregungen, informieren und bieten Alternativen. Über den eigenen Online-Shop vertreiben sie dazu Bio-Tampons und –Slipeinlagen oder wiederverwendbare Produkte wie Menstruationskappen und waschbare Binden.

Was das Gründerinnen-Duo mit ihrer Arbeit bewirken möchte, ist nicht weniger als eine Revolution. „Wir wollen das ‚bloody taboo‘ brechen und wünschen uns, dass alle Frauen weltweit ohne Scham und ohne negative Gefühle über ihre Erdbeerwoche sprechen können.“ Mit ihrer Initiative zählen Bettina und Annemarie zu den Vorreiterinnen in diesem Themengebiet. „Frauen sollen die Macht erkennen, die sie als Konsumentinnen von jährlich mehr als 45 Milliarden Hygieneprodukten haben. Um dem Thema den Schrecken zu nehmen, haben wir den Ansatz, Frauen mit Fakten und Humor aufzuklären.“

„Wir wollen das ‚bloody taboo‘ brechen und wünschen uns, dass alle Frauen weltweit ohne Scham und ohne negative Gefühle über ihre Erdbeerwoche sprechen können.“

Das beweist schon der witzig-sympathische Name. Denn in einigen Regionen Norddeutschlands wird die Periode Erdbeerwoche genannt und verleiht dem Ganzen damit einen gewissen Charme. „Da es für uns mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden ist, auch vor vielen Menschen über Menstruation und nachhaltige Frauenhygiene zu sprechen, überträgt sich diese Entspanntheit meist recht schnell auf andere Menschen, so dass diese dann uns gegenüber meist ebenso locker mit dem Thema umgehen wie wir“, berichten Bettina und Annemarie. Viele Frauen würden ihnen sogar intimste Probleme anvertrauen, die sie teilweise noch nicht mal ihrem Partner oder den besten Freundinnen erzählt haben.

Quick Info:

Bettina und Annemarie leisten mit der Erdbeerwoche Aufklärungsarbeit: „Obwohl es in Österreich und Deutschland zusammen aktuell über 20 Millionen „bloody women“ gibt und Frauen insgesamt rund 5-7 Jahre in ihrem Leben „blutend“ verbringen, ist die Menstruation nach wie vor ein tabuisiertes Thema in unserer Gesellschaft, das auch von Frauen meist nur unter vorgehaltener Hand besprochen wird.“

Das Ziel der Gründerinnen: „Wir möchten die Frauenhygiene revolutionieren und hoffen, dass irgendwann mal jede Frau Zugang zum nachhaltigen Frauenhygieneprodukt ihrer Wahl hat.“ Ihr ehrgeiziger Anspruch: „Die besten aktuell am Markt verfügbaren nachhaltigen Monatshygieneartikel an die Frau zu bringen.“

Darum ist es Bettina und Annemarie so wichtig zu informieren, nützliche Tipps und Antworten rund um Gesundheit und Umwelt zu geben. Dazu unermüdlich weiter aufzuklären, etwa über das Toxische Schocksyndrom (TSS). Darüber hinaus fordern sie eine Senkung der Tamponsteuer in Österreich und Deutschland und haben hierzu eine öffentliche Kampagne gestartet.

Kampagne zur Senkung der Tamponsteuer

Die Gründerinnen setzen somit immer wieder wichtige Impulse. Denn so aufgeklärt wir auch sind oder zumindest nach außen hin tun, so viel Ahnungslosigkeit und Fehlwissen existiert häufig auch rund um die Menstruation und die verwendeten Produkte. Dabei verbraucht eine Frau durchschnittlich rund 16.000 (!) Tampons oder Binden zeit ihres Lebens. Somit entsteht nicht nur ein riesiger Berg Müll, sondern Frauen setzen sich teils auch schädlichen Inhaltsstoffen aus – an intimster Körperstelle.

„Dabei verbraucht eine Frau durchschnittlich rund 16.000 (!) Tampons oder Binden zeit ihres Lebens. Somit entsteht nicht nur ein riesiger Berg Müll, sondern Frauen setzen sich teils auch schädlichen Inhaltsstoffen aus – an intimster Körperstelle."

Annemarie und Bettina wissen hierbei sehr genau, wovon sie reden. Beide waren über viele Jahre in der Nachhaltigkeitsbranche tätig sind und lernten sich über die gemeinsame Arbeit für einen Verein kennen. Dabei entstand auch die Idee zu Erdbeerwoche, nämlich als sie zufällig aus einer Pressemeldung von Biotampons erfuhren. „Wir sahen den Bedarf, Frauen gerade in diesem gesellschaftlich noch stark tabuisierten Bereich der Menstruation über die Problematik konventioneller Tampons und Binden sowie über nachhaltige Alternativen aufzuklären. Die Erdbeerwoche war geboren!“

„Wir sahen den Bedarf, Frauen gerade in diesem gesellschaftlich noch stark tabuisierten Bereich der Menstruation über die Problematik konventioneller Tampons und Binden sowie über nachhaltige Alternativen aufzuklären. Die Erdbeerwoche war geboren!“

Erdbeerwoche Start: Know-How aneignen

Doch zunächst mussten die frischgebackenen Gründerinnen sich selbst erstmal an das Thema herantasten. „Auch wir lernen tagtäglich dazu – das ist ja das Schöne am Unternehmerinnen-Dasein. Hinter unserem Know-How stecken jahrelange intensive Recherchearbeit, Umfragen, Interviews mit Playern aus den unterschiedlichen Bereichen“, erzählt Bettina offen. „Wir sind stolz, die erste Umfrage zum Thema nachhaltige Frauenhygiene im deutschsprachigen Raum durchgeführt zu haben und möchten unserem Anspruch der Themenführerschaft auf diesem Gebiet auch in Zukunft gerecht werden.“

Stetige Herausforderungen bestimmen den Alltag – ebenso wie manchmal das Feedback, das Annemarie und Bettina erhalten. „In den letzten Jahren ist uns eigentlich schon so gut wie alles passiert: Von ungläubigem Augenrollen, verschreckten Blicken bis hin zu hellauf begeisterten Frauen (und Männern!), die die Mission der erdbeerwoche sofort unterstützen wollten und seitdem komplett auf nachhaltige Frauenhygieneprodukte umgestiegen sind.“

Der Erfolg ist die schönste Bestätigung und Motivation für die Wienerinnen. So erreichten sie, dass bislang rund eine Million konventionelle Monatshygieneprodukte durch nachhaltige Alternativen ersetzen wurden. „Das ist ein enormer ökologischer Impact. Wir haben auch in einer Umfrage unter unseren Kundinnen im Jahr 2014 festgestellt, dass sich für knapp 90 Prozent der befragten Frauen durch die Verwendung nachhaltiger Hygieneprodukte ihre Einstellung zum eigenen Körper und zur eigenen Regel positiv verändert hat.“

„Das ist ein enormer ökologischer Impact. Wir haben auch in einer Umfrage unter unseren Kundinnen im Jahr 2014 festgestellt, dass sich für knapp 90 Prozent der befragten Frauen durch die Verwendung nachhaltiger Hygieneprodukte ihre Einstellung zum eigenen Körper und zur eigenen Regel positiv verändert hat.“

Das Konzept der Erdbeerwoche und das Unternehmen haben sich über die Jahre stets weiter entwickelt: „Wir haben klein begonnen und uns von Anfang an auf den Verkauf unserer nachhaltigen Produkte gestützt. Dadurch war es uns möglich, die ersten (oft kritischen) Unternehmensjahre zu meistern. So konnten wir ein solides Geschäftsmodell aufbauen und gleichzeitig unseren Werten treu bleiben.“

Foto: Danielle MacInnes

Von Bettinas und Annemaries Erfahrung sollen nicht nur ihre Kundinnen, sondern auch andere Gründerinnen profitieren. Potentielle und frische Fempreneurinnnen möchten Bettina und Annemarie ermutigen: „Aus unserer Sicht gibt es nichts Schöneres, als selbst etwas zu erschaffen, was nicht nur Sinn für einen selbst, sondern auch für andere hat. Außerdem ist es wichtig, sich vor der Gründung ausreichend zu informieren, zum Beispiel was gibt es schon am Markt, welche Lücke will ich schließen und Kooperationspartner zu suchen! Im Team zu gründen macht viel mehr Spaß als alleine und kann auch in Krisenzeiten überlebensnotwendig sein.“

Zukünftige Pläne für Erdbeerwoche

Die Wienerinnen selbst haben für die Erdbeerwoche noch viele Pläne, denn das Potential ist groß. Die beiden beobachten ein steigendes Interesse an diesem Thema – das sie nun für sich nutzen wollen. Daher befinden sie sich derzeit in Gesprächen mit möglichen Investoren. Zusätzlich arbeiten Bettina und Annemarie an einem innovativen Kundenbindungsmodell. Ihr erklärtes Ziel: „2016 wollen wir den deutschen Markt erobern, anschließend in die Schweiz und die restliche EU expandieren.“


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1 Comments

  1. „(…) und wünschen uns, dass alle Frauen weltweit ohne Scham und ohne negative Gefühle über ihre Erdbeerwoche sprechen können.“ Aha. Und warum heißt es dann Erdbeerwoche? Sorry, das hinkt hinten und vorne. Ich (Jahrgang 71) habe noch nie „Euphemismen“ dafür benutzt, ich habe meine Tage oder blute oder menstruiere, manchmal laufe ich auch aus – und ich frage mich ganz ehrlich: wer hat hier eigentlich die Scham und die negativen Gefühle?

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