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Gründerin Stephanie Sicurella unterstützt auch in Krisenzeiten die italienischen Bauern und Wirtschaft mit ihrem Business Prodotti Italiani

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Vor 5 Jahren machte sich Stephanie Sicurella bereits selbstständig mit ihrem Mann - erst mit einem Restaurant, dann 2017 mit dem Offline-Vertrieb italienischer Lebensmittel und im April diesen Jahres folgte der erste Online-Shop. Gerade einmal 31 Jahre alt, Mutter eines 2-Jährigen Sohnes, baute die junge Frau ein sehr erfolgreiches Unternehmen auf - und unterstützt dabei noch die italienischen Bauern und Wirtschaft. Alles fing klein an und Stück für Stück entwickelte sich aus den ersten Verkäufen auf Wochenmärkten, einen Online-Shop Prodotti Italiani mit hausgemachten, italienischen Lebensmitteln. Produkte wie Olivenöl und Orangen kommen dabei sogar von der familienbetriebenen Plantage in Italien - alles unbehandelt, nachhaltig und ohne Konservierungs- und Zusatzstoffe. Von der One-Woman Show zu einem Betrieb mit 6 Mitarbeiten und einem 400qm großem Lager, von 17 zu 140 Produkten in einem halben Jahr, zeigt Stephanie, dass alles möglich ist, wenn man sein Warum kennt und eine große Vision hat.

FEMPRENEUR INTERVIEW MIT STEPHANIE SICURELLA


Stephanie, du hast deinen Onlineshop für handgemachte italienische Lebensmittel aus der Not heraus gegründet und innerhalb weniger Monate aus einer One-Woman-Show ein Unternehmen mit sechs Mitarbeitern aufgebaut. Das ist eine tolle Leistung! Wie erklärst du dir diesen großen und schnellen Erfolg?


Ich denke, dass ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Ich habe mich aber auch nicht von der Coronakrise unterkriegen lassen. Mein Mann und ich mussten unser Restaurant schließen und einfach nur herumsitzen, kann ich nicht. Ich hatte die Jahre zuvor bereits im Winter saisonal unser Olivenöl und Orangen vertrieben, jedoch nur in unserem Restaurant und auf Wochenmärkten. Aber die Resonanz war groß. Diesmal wollte ich eine Plattform haben, indem alle Artikel aufgeführt sind und die Kunden direkt bestellen können. Ich startete im April 2020 mit 17 Artikeln – mittlerweile sind es knapp 140!

Ich bekam so viel tolles Feedback von meinen Kunden, sodass ich immer engagierter nach weiteren italienischen Produkten suchte. Beim Kochen mit der Familie schaute ich genau hin, welche Produkte am liebsten verwendet wurden, welche vermisst wurden und vor allem, welche positiven Erinnerungen dabei hochkommen.

Dass der Shop so einen schnellen Erfolg hatte, liegt daran, mit was für einer Leidenschaft ich da dran gehe und meine Kunden wissen das!

Mir geht es tatsächlich um das positive Gefühl, das durch meine Produkte, entsteht. Das Strahlen in den Augen der Kunden, die positiven Nachrichten, das ist mein Antrieb. Es gibt kein Produkt in meinem Onlineshop, das wir nicht selbst probiert haben!

Ich denke, dass der Shop so einen schnellen Erfolg hatte, liegt daran, mit was für einer Leidenschaft ich da dran gehe und meine Kunden wissen das! Ich bin einfach so authentisch wie möglich - nicht nur als Person, sondern auch das Unternehmen und unsere Produkte. Das Gesamtpaket vermittelt ein tolles echtes italienisches Lebensgefühl für Zuhause.

Der Großteil deiner nachhaltigen Produkte, die du über den Shop und auf Wochenmärkten vertreibst, stammt aus dem eigenen Anbau deiner Familie in Sizilien. Wie haben deine Verwandten auf deine Idee eines internationalen Familienunternehmens reagiert?

Mein Onkel, der auf Sizilien unsere Orangenplantagen und Olivenhaine bewirtschaftet, war sehr froh, als ich ihm sagte, dass ich den Vertrieb in Deutschland angehen möchte. Natürlich lachten sie alle, als ich sagte, ich will die Ware Palettenweise hier haben. Auch meine Eltern meinten, ich soll mal langsam anfangen und mich ran tasten. Man müsste erst mal einen Kundenkreis aufbauen. Also habe ich vor 3 Jahren im Dezember eine Palette (das entspricht 800 kg Ware) mit Orangen und Olivenöl von meinem Onkel erhalten. Das ganze Olivenöl und die Hälfte der Orangen habe ich verkauft. Die andere Hälfte musste ich nach einigen Wochen entsorgen.

Da merkte ich, dass ich viel organisierter daran gehen muss. Dieses italienische, einfach mal machen, lag mir nicht. Im Jahr darauf erstellte ich meine Listen und arbeitete sie ab. Ich nahm Vorbestellungen an und so war mein Risiko viel kleiner, eine so große Menge nicht verkaufen zu können. Ich habe dann angefangen weitere Produkte, die ich persönlich gerne mochte, mitliefern zu lassen. Auch da waren die Reaktionen nicht alle positiv. Man war es gewohnt nur Olivenöl und Orangen zu vertreiben. Ich aber begann mit Mandelgebäck, Pecorino Käse, Oregano, Vanilleorangen und Zitronen.

Das Jahr darauf war der Wahnsinn. Ich bekam zahlreiche Vorbestellungen und gründete daraufhin einen Onlineshop. Auch da waren nicht alle davon überzeugt. Aber ganz ehrlich? Einfach machen! Einfach seiner Vision nach! Ich bin sehr froh, dass ich alles genau so gemacht habe, wie ich es mir vorgestellt habe, sonst wäre ich heute nicht da wo ich bin!

Einfach machen! Einfach seiner Vision nach!

Mittlerweile hast du auch andere Familienbetriebe aus ganz Italien mit ins Boot geholt – und dadurch viele vor dem Ruin während der Krise bewahrt.

Alles fing damals ganz klein an – Ich teilte meinem Onkel meine Extrawünsche mit „Kannst du mir bitte Oregano, Mehl, Kekse und Pecorino mitschicken?“ Meine Kunden sahen die Ware, fanden das toll, wollten probieren und waren begeistert! Also habe ich mich mit den Produzenten in Verbindung gesetzt und nachgefragt, ob sie auch größere Mengen liefern konnten. Sie waren gerührt, stolz und begeistert.

Während der Coronakrise habe ich damit nicht aufgehört. Im Gegenteil: Ich habe immer mehr Familienunternehmen angefragt. Und die Reaktionen waren immer dieselben. Zum Glück für uns beide!

Meine Intention war schon immer meinen Kunden das wahre Italien nach Hause zu bringen.

Meine Intention war schon immer meinen Kunden das wahre Italien nach Hause zu bringen. Vor allem als keiner mehr in den Urlaub fuhr und unser italienisches Restaurant und viele andere geschlossen werden mussten. Somit habe ich gleichzeitig in Italien vielen geholfen.

Du warst auch schon vor der Gründung deines Onlineshops selbstständig, hast u. a. ein eigenes Restaurant geführt. Wie bist du mit Rückschlägen umgegangen – was motiviert dich, niemals aufzugeben?

Du weißt gar nicht, wie oft mir Menschen, genau diese Frage stellen. Und sogar noch weitergehen; mich fragen, wieso ich nicht aufgebe und mich irgendwo einstellen lasse. Qualifikationen hätte ich ja genug und als Mama wäre das doch viel sicherer.Ich war schon jahrelang im Angestelltenverhältnis und nun auch jahrelang in der Selbständigkeit. Beides hat seine Vor- und Nachteile.

Mich motiviert aber meine innere Mission. Meine Vision. Die ist täglich mein Antrieb! Ich glaube, wenn man sein Warum kennt, gibt man nicht so einfach auf! Das ist als würde man eine zukünftige Braut nach dem 100sten Kleid fragen, warum sie nicht einfach aufgibt und irgendein weißes Kleid anzieht. Das würde sie nie machen! Sie sieht sich vor ihrem inneren Auge, mit einem ganz bestimmten Kleid und sie wird solange suchen, bis sie es gefunden hat und wenn sie es selbst nähen muss! Sie will DIESES eine Kleid. Das ist ihr Antrieb. Ihre Motivation.

Seit ich ca. 10 Jahre alt bin, wusste ich ganz genau was ich von meinem Leben will.

So ist das bei mir. Seit ich ca. 10 Jahre alt bin, wusste ich ganz genau was ich von meinem Leben will. Und solange ich das nicht erreicht habe, werde ich nicht aufgeben – niemals.

In Deutschland wird der Sprung in die Selbstständigkeit häufig noch immer als riskant betrachtet – die (vermeintliche) Sicherheit geht schließlich vor. Wie ist das in Italien? Haben es dir deine Wurzeln leichter gemacht, zu gründen?

Tatsächlich ist es in Italien viel schwieriger sich selbständig zu machen! Meine Eltern hatten vor ca. 28 Jahren selber einen Versuch gestartet und nach knapp einem Jahr abbrechen müssen. Sie mussten zurück nach Deutschland kommen. In der Zeit ging ich in Italien in den Kindergarten und wechselte dann nach Deutschland. Meine Eltern mussten hier schon wieder bei Null und mit Null anfangen.

Ich glaube, mir hat es sehr geholfen, meinen eigenen Vater beim Aufbau seiner Selbständigkeit zu beobachten. Meine Eltern hatten knapp 30 Jahre lang eigene italienische Restaurants geführt. Ich erfuhr tolle wirtschaftliche Jahre und auch schlechte Zeiten. Und trotzdem gab mein Vater nie auf. Wenn ein Restaurant aus irgendeinem Grund nicht mehr so funktionierte, wie er es sich vorgestellt hatte, gründete er einfach ein neues. Irgendwie baute er sich immer wieder neu auf, als wäre das ganz einfach und selbstverständlich. Zumindest kam es mir als kleines Mädchen immer so vor.

Mir hat es sehr geholfen, meinen eigenen Vater beim Aufbau seiner Selbständigkeit zu beobachten.

In Deutschland hast du ein Sicherheitsnetz – auch als Selbständige. Das beruhigt mich sehr! Auch in schlaflosen Nächten. Ich weiß, dass auch wenn ich einen Fehler mache, meine Familie nicht auf der Straße landet. Was in Italien und anderen südeuropäischen Länder sehr wohl so wäre! Und deshalb: Ja, zu wissen, dass es in Italien viel schwieriger wäre, machte mir das Gründen in Deutschland viel leichter. 

Du bist nicht nur internationale Unternehmerin, sondern auch Mama – wie schaffst du es, Alltag und Job unter einen Hut zu bringen?  Hast du Tipps für andere Mompreneurs?

Die Wahrheit ist: ES ist verdammt viel Arbeit. Ich habe aber gelernt, um Hilfe zu bitten. Früher wollte ich zeigen, dass ich alles alleine kann. Heute bin ich schlauer . Ich gebe auch mal das Kind bei Oma & Opa ab oder zu meiner Schwester, die selbst Kinder im selben Alter hat.

Und vor allem habe ich mich mehrfach mit meinem Mann zusammengesetzt und ihm erklärt, wie sehr mich die Arbeit beansprucht, wie gerne ich sie dennoch mache und mir mehr Unterstützung im Haushalt und beim Kind & Hund gewünscht. Tatsächlich brauchten wir einigen Anläufe und verschiedene Strategien, bis wir ein Modell gefunden haben, mit dem wir beide zufrieden sind. Und jetzt klappt es!

Bloß nicht den Mut verlieren, wenn es nicht nach Plan läuft.

Also, bloß nicht den Mut verlieren, wenn es nicht nach Plan läuft. Einfach weiter machen. Es gibt keine Masterlösung. Jeder ist individuell und hat andere Bedürfnisse und Prioritäten. Das muss man auch in einer Partnerschaft berücksichtigen und akzeptieren. Da würde ich ansetzen.

Fotos: Stephanie Sicurella


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