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Gründerinnen auf der Entre.Fem Konferenz 2015: „Gründerin sein und Probleme lösen“

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Gestern fand bereits zum 2. Mal die Entre.Fem, eine Konferenz für Gründerinnen, in Berlin statt. Hier können sich noch am Anfang stehende Gründerinnen bzw. Gründungsinteressierte mit bereits erfolgreichen Gründerinnen austauschen und spannenden Talks lauschen. Bereits in der Keynote von Joana Breidenbach, Gründerin von betterplace.org, lernt man „Das Geld folgt der Innovation.“ Wenn das nicht mal Mut auf mehr macht.

Gründerinnen Talk

Unter dem Titel „Let the Gründerinnen talk!“ kamen vier spannende Gründerinnen zusammen und berichteten auf der Bühne von ihren persönlichen Erfahrungen, gaben wertvolle Tipps und einen ehrlichen Einblick in die nicht immer einfache Gründungswelt.

Stolpersteine

Auf die Frage nach Stolpersteinen auf dem Gründungsweg, berichtet Vanessa Lewerenz-Bourmer, Gründerin der Online-Plattform Leinentausch – dem AirBnB für Hunde – wie schwierig es war anfangs ernst genommen zu werden und eine Finanzierung an Land zu ziehen: „Die Finanzierung hat lange gedauert. Das Feedback war meist: ‚Das funktioniert nicht.‘ Aber ich habe mir trotzdem gesagt: ‚Aber ich glaube daran und mache trotzdem weiter.‘ Anfangs waren wir nur die kleinen süßen Mädls mit den kleinen süßen Hunden. Wir wollten beweisen, dass wir mehr als das sind. Da ist es auch wichtig, sich selbst und auch das Team weiterhin zu motivieren.“

Zwar kann Svenja Gossing, Co-Gründerin von RETRAVEL – dem Online-Marktplatz zur Vermittlung ungenutzter bzw. stornierungsgefährdeter Reisen – keine konkreten Stolpersteine in ihrer Gründungszeit nennen, doch sie gibt den Gründerungsinteressierten im Publikum wichtige Tipps: „Schneller und direkt mit einem Protoypen launchen und dann Feedback einholen. Zudem ist es wichtig, mit den richtigen Leuten bzw. dem richtigen Team zu gründen und sich erreichbare Ziele setzen.“

Und dann sagt Pia Poppenreiter, Mitgründerin der Escort-Vermittlungs-App Peppr sowie Mitgründerin von Spreefang etwas ganz wichtiges und gibt den Gründerinnen im Publikum ganz viel Mut: „Man muss für sich im Vorfeld entscheiden: Ich bin Gründerin. Und dann muss man Probleme lösen. Und das jeden Tag. Aber ihr werdet diese Probleme lösen können, wenn ihr dafür brennt.“

Damit spricht Pia eben auch dieses eine wichtige Thema an, dass Frauen sich häufig selbst gar nicht als Gründerin lange Zeit sehen. Doch wer eine Idee hat und etwas macht, ist eben bereits Gründerin. Und ja die leidvollen Erfahrungen mit den Problemen kommt dann ganz automatisch mit der Gründung. Es gibt da die kleineren Probleme, aber auch eben die größeren, bei denen wir manchmal vielleicht auch ans aufgeben denken. Doch wie Pia richtig sagt, ist das einfach Teil des Alltags und aus der eigenen Erfahrung weiß sie eben auch, dass es für jedes Problem eben auch eine Lösung gibt.

Und Vanessa Lewerenz-Bourmer von Leinentausch ergänzt: „Wenn man sich dafür entschieden hat Gründerin zu sein, heißt es: Durchhalten und nicht aufgeben.“

Netzwerken

Selbstverständlich ist auch das Thema Netzwerken nicht nur auf der Entre.Fem selbst wichtig, sondern auch im Business-Alltag. Von allen Seiten hört man es immer wieder: Netzwerken ist wahnsinnig wichtig. Doch was sind die Tipps der Gründerinnen auf der Bühne?

„Man sollte sich gut vorbereiten, welche Startups und Cooperates auf dem Event sind und sich fragen: Mit wem will ich eigentlich sprechen?“, rät Vanessa Lewerenz-Bourmer.

„Mann sollte immer versuchen sich zu präsentieren“, ergänzt Anna Banicevic, Gründerin der globalen Bootsverleihplattform Zizoo.

Pia Poppenreiter gibt zudem noch einen weiteren wertvollen Tipp: „Sucht euch einen Mentor oder Angel Investor und lasst eine Intro machen. Eine qualitative Intro ist viel wert. Man muss aber auch aktiv danach fragen: Willst du mein Mentor sein?“

Doch die Hürde ist nicht nur den ersten warmen Kontakt zu machen, sondern ihn auch zu halten und zu pflegen.

„Das Nachfassen musste ich selbst lernen. Das ist sehr wichtig. Geht den Leuten auf die Nerven. Aber verschwende auch nicht deine Zeit. Wenn du in einem Gespräch feststeckst und du merkst es bringt dir nichts, versuche da raus zu kommen. Die Zeit hat man nicht, wenn man ein Produkt voranbringen will.“, sagt Vanessa Lewerenz-Bourmer.

Und Svenja Gossing ergänzt: „Man muss das Netzwerk auch pflegen und hin und wieder auch mal einen Kaffee trinken gehen.“

Und zum Netzwerken gehört natürlich auch der richtige Business Pitch. Wie der sogenannte Elevator Pitch zum Erfolg wird, erfährst du hier.

Claudia Helming über die Gründung von DaWanda

DaWanda ist der Online-Marktplatz für Selbstgemachtes und Unikate und bietet einzigartige Produkte aus den Bereichen Mode, Schmuck, Accessoires, Kinderartikel, Kunst und Wohnen. DaWanda wurde am 3. Dezember 2006 von Claudia Helming und Michael Pütz in Berlin gegründet. Claudia Helming erzählt auf der Entre.Fem wie sie zu dem Namen „DaWanda“ kam. Sie blätterte in einem Namensbuch und kam dabei auf den afrikanischen Frauennamen Dawanda, der soviel heißt, wie „Die Einzigartige“.

Im Sommer 2012 launchte DaWanda im Zuge einer Internationalisierung niederländische, spanische, italienische und polnische Versionen der Plattform mit eigenen Anlaufstellen in den jeweiligen Ländern. Laut DaWanda wird alle 20 Sekunden ein Schmuckstück bei DaWanda verkauft und jede Minute eine Tasche.

Eine wirklich spannende Erfolgsgeschichte, doch das Potenzial hat anfangs kaum jemand gesehen. Und so hatte Claudia auch die gleichen Erfahrungen wie vermutlich fast jeder Gründer, der Freunden, Familie oder Investoren von seiner Idee erzählt – Man hält ihn/sie für verrückt. „Einige haben mich für verrückt gehalten am Anfang. Meine Freunde haben die Augen verdreht. Man kann sich davon natürlich abschrecken lassen oder einfach weitermachen.“, sagt Claudia Helming.

„Das Feedback war häufig: ‚Das funktioniert nicht. Das kann nicht skalieren.‘ Ich bin da jedoch auch mit einer gewissen Naivität herangegangen. Man macht da zwar auch Fehler, aber man lässt sich auch nicht so schnell von seiner Idee abbringen.“, berichtet Claudia.

Dawanda
Claudia Helming | Gründerin von Dawanda

Im Gründungsteam ergänze man sich jedoch nicht nur in der Kompetenz. Viel wichtiger sei der Support: „Dass da jemand auf der Welt ist, der dich wirklich versteht, ist sehr wichtig.“, so Claudia.

Nach ihren Stärken und Schwächen befragt, antwortet Claudia folgendes: „Ich bin nicht die klassische Gründerin und nicht super extrovertiert. Ich bin eher ein großer Generalist, mit viel Menschenverständnis, gut im Multi-Tasking und habe viel Mut.“ Und was brauche es für eine Gründung? „Man muss Ausdauer, Willen und Durchhaltevermögen mitbringen.“

Richtig über den Berg war Dawanda nämlich erst nach 3 Jahren. Wieviel Ausdauer und Durchhaltevermögen das wohl gekostet haben muss, kann man sich entsprechend vorstellen. Doch nun macht DaWanda einen Außenhandelsumsatz von 130 Mio. Euro. Allerdings habe die Internationalisierungsstrategie sowie weitere Projekte auf die Profitabilität des Geschäfts gedrückt. Die derzeitigen Themen seien daher zur Zeit Effizienz und Schnelligkeit in der Entwicklung.

Trotz der vielen Herausforderungen und Mühen des Gründerdaseins, weiß Claudia aber auch das gute an ihrem Job zu schätzen: „Das tolle an dem Job ist, dass es keinen Alltag gibt. Kein Tag ist wie der andere. Es gibt jeden Tag neue Anforderungen an mich. Letztes Jahr war ich viel in den USA, dieses Jahr bin ich mehr in Berlin. Zudem haben wir wieder viele neue Projekte.“

Doch Claudia stellt sich ebenso die Frage nach den Nachwuchsgründerinnen, deren Zahl leider immer noch ziemlich gering ist: „Im Internet ist es so viel einfacher zu gründen als Offline. Deshalb verstehe ich nicht, warum nicht mehr Frauen online gründen.“

Esther Eisenhardt | Gründerin von Mompreneurs

Esther Eisenhardt ist die Gründerin von MomPreneurs, ein Netzwerk und Wegweiser für Mütter, die Selbständigkeit und Familienleben verbinden wollen. Auf der Entre.Fem teilte sie unter anderem ihre 10 persönlichen Erfolgsfaktoren:

Esthers‘ 10 Erfolgsfaktoren:

  1. Vision
  2. Leidenschaft
  3. Kundenproblem?
  4. Komponenten Baukasten
  5. Smartes Business Modell
  6. Virtuell arbeiten
  7. Nein sagen
  8. Partner
  9. Investiere in deine Gesundheit
  10. Mut

 

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