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Melanie Croyé | Gründerin von BizzMiss: „Überlegt euch, was ihr wirklich wollt – und dann macht es!“

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Melanie Croyé arbeitet seit 2010 als freie Journalistin in Berlin und hat Anfang 2014 das Online-Business-Magazin für Frauen "BizzMiss" mit drei weiteren Kolleginnen gegründet. Gemeinsam wird auf BizzMiss über alles, was Frauen im Beruf angeht, geschrieben. Zurzeit ist Melanie im neunten Monat schwanger und berichtet im Fempreneur-Interview nicht nur über ihr Business "BizzMiss", sondern auch über das Genießen der Schwangerschaft und  ihre Vorfreude auf ihr Kind. Zudem habe ich mit Melanie über das Thema Feminimus gesprochen. Warum für Melanie Feminismus nach wie vor von hoher Bedeutung ist, erfährst du hier.

Melanie, du bist freie Journalistin und hast Anfang 2014 das Online-Business-Magazin BizzMiss für Frauen mit drei Kolleginnen gegründet. Was hast du vorher gemacht und was war für dich persönlich deine Motivation BizzMiss zu gründen?

Ich habe eine ganz klassische, journalistische Ausbildung gemacht an der Kölner Journalistenschule und parallel an der Uni Köln Politikwissenschaften und VWL studiert. Nach dem Studium habe ich zunächst mit der Selbständigkeit gehadert, aber schnell erkennt, dass ich diese Freiheit, diese Selbstbestimmung in meinem Joballtag brauche.

BizzMiss war die logische Fortsetzung. Der Journalismus verändert sich zurzeit so stark – und ich habe die Chance gesehen, mich hier zu verwirklichen. Also habe ich drei Kolleginnen für den Zweck gewonnen und wir haben einfach angefangen.

Worin siehst du für dich als Journalistin die Herausforderungen ein Business aufzubauen?

Die größte Herausforderung war genau das: ein Business aufzubauen. Was ich kann, was wir alle können, ist schreiben. Wir sind Journalistinnen, die als Einzelkämpfer minimale Erfahrungen als Geschäftsfrauen hatten.

Als Unternehmerinnen waren wir völlig unerfahren und mussten uns immer wieder daran erinnern, dass man mit guten Geschichten alleine noch kein Business aufbauen kann.

Wie lief es die letzten 1 ½ Jahre mit BizzMiss? Konntet ihr euch ein Geschäftsmodell aufbauen, von dem alle Leben können oder mischt ihr euer Magazin-Business mit journalistischen Freelancer-Aufträgen?

BizzMiss ist super gestartet, wir haben sehr viel positive Resonanz bekommen und viel Lob für die Idee. Inzwischen gibt es ja auch zahlreiche ähnliche Magazine in dem Bereich. Der Frauen-Karriere-Markt boomt, könnte man so sagen.

Tatsächlich hat uns aber nach etwa einem Jahr ziemlich die Realität eingeholt: persönliche Veränderungen wie Familienplanung und andere Jobangebote haben unsere Zeit stark beansprucht und den Fokus etwas verschoben.

Du bist ja gerade im neunten Monat schwanger und erwartest bald dein erstes Kind. Worauf freust du dich schon? Und hast du auch Angst oder Sorgen?

Ich freue mich zunächst einfach wahnsinnig darauf, die Kleine in den Armen zu halten. Es ist wirklich ein wunderliches, aber vor allem wunderschönes Erlebnis, schwanger zu sein und einem Menschen das Leben zu schenken.

Ehrlich gesagt: Ich bemitleide Männer dafür, das nicht erleben zu können. Ängste oder Sorgen habe ich nicht wirklich. Ich bin sicher, dass es vor allem neue Chancen sind, die sich ergeben werden.

Wie sind deine Pläne für die kommende Zeit? Gehst du zunächst in Elternzeit? Wirst du auch nebenbei arbeiten oder dich zunächst nur auf deine Rolle als Mutter konzentrieren?

Ein paar Monate als Vollzeit-Mutter will ich mir auf jeden Fall geben! Wer einen neuen Job beginnt, hat anfangs ja auch kaum etwas anderes im Kopf, frisch Verliebte sowieso nicht. Das ist ein neuer Lebensabschnitt und ich muss diese neue Rolle erst mal ausfüllen.

Dann will ich aber recht zügig wieder anfangen, neue Projekte zu starten. Ich habe ein paar Ideen, schauen wir mal, was davon nachher umgesetzt wird.

Welche Vorteile siehst du in deiner Selbstständigkeit Familie und Beruf zu vereinbaren? Würdest du diesen Weg auch anderen Frauen empfehlen?

Na, der wichtigste Vorteil ist ja erst mal, dass ich meine Arbeitszeit selbst einteile. Ich muss nicht 8 Stunden irgendwo Präsenz zeigen, ich habe keine festen Dienste. Das erleichtert den Umgang mit Kita-Öffnungszeiten, die immer noch fürchterlich antiquiert sind, erheblich.

Ich empfehle Selbständigkeit aber dennoch nur Frauen, die sehr sicher sind, dass sie sich mit Konzept auch wohlfühlen. Sonst wird man nicht glücklich.

Du bezeichnest dich selbst als Feministin und hast einen spannenden Artikel (hier lesen) darüber auch im Zusammenhang mit deiner Schwangerschaft geschrieben. Warum ist das Thema Feminismus für dich so wichtig?

Ich war schon in der Schule immer die „Emanze“, weil ich für mich und andere Frauen eingestanden bin und einfach nicht einsehe, warum Frauen irgendetwas nicht können sollen, auf das Männer scheinbar ein Vorrecht haben.

Dieses Thema ist in den letzten Jahren wieder in meinen Fokus gerückt, weil mir aufgefallen ist, dass Frauen zwar faktisch gleichgestellt sind, es aber bei einem Thema immer wieder clasht: die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und weiterführend ihre Karriere.

Hier gibt es noch viel zu tun!

Welche Unterschiede siehst du im modernen 2010er Feminismus im Gegensatz zum häufig noch stark wahrgenommenen Alice Schwarzer Feminismus?

Unsere Generation ist aufgewachsen im Glauben, dass die Emanzipation bereits stattgefunden hat. Wir lernen früh, dass Mädchen alles können, was auch Jungs können. Erst um die 30, wenn der nächste Karriereschritt oder die Familienplanung ansteht, stellen wir fest: Äh, da stimmt was nicht.

Mit Feminismus wollen wir aber eigentlich nichts am Hut haben, das ist doch antiquiert, das sind alte Frauen mit Haaren unter den Armen. Feminismus heute muss sich deshalb neu definieren, auch wenn wir dasselbe wollen wie Alice Schwarzer und Co. Womöglich brauchen wir ein neues Wort dafür.

Egal ob beruflich oder privat – Welchen Tipp würdest du anderen Frauen für ihr Leben geben aus deiner persönlichen Erfahrung heraus?

Das ist einfach: Überlegt euch, was ihr wirklich wollt – und dann macht es.

Und versteckt euch nicht hinter gesellschaftlichen Erwartungen oder Ängsten.

Seid glücklich mit dem, was ihr tut, dann ist es das richtige!

Vielen Dank für das Interview, Melanie!


Hört euch hier nochmal das Interview mit Melanie und mir an - ganz entspannt an einem schönen sonnigen Tag im Park:

(Fempreneur Podcasts auf Soundcloud)


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